Innovative Wege in der Elementarschadenprävention

Gebäudeversicherung Graubünden – AR-App zur Sensibilisierung für Hochwasserschutz

Für die Gebäudeversicherung Graubünden (GVG) im schweizerischen Kanton Graubünden hat die nexum eine innovative und technologisch anspruchsvolle Lösung entwickelt. Die AR-App erlaubt es den GVG-Beratern, Hausbesitzern die Auswirkungen von Überschwemmungen (z. B. durch starken Regen, über die Ufer tretende Gewässer etc.) und die Funktionsweise verschiedener Gebäudeschutzmassnahmen mit Hilfe der Augmented-Reality-Technologie vor Ort und direkt am Bau vor Augen zu führen. Die tabletbasierte App wird auch bei Informations- und Schulungsanlässen eingesetzt.

Die Herausforderung

In der Elementarschadenprävention beschäftigt sich die Gebäudeversicherung Graubünden mit den Gefahren und Auswirkungen von Naturereignissen wie u.a. Lawinen, Rutsch, Sturz, Hagel sowie Wasser. Bei der Beratung vor Ort verfolgt sie den Präventionsansatz, dem Hausbesitzer Probleme und mögliche Schäden aufzuzeigen, welche auftreten, wenn auf das Anbringen von Schutzmassnahmen vor Hochwasser verzichtet wird. Gleichzeitig soll dem Kunden vor Augen geführt werden, wie wirksam gängige Schutzinstallationen in Hochwassersituationen sein können. Diese Grundidee bildete die Basis für die Lösungsentwicklung durch die nexum.

Unsere Lösung

Die nexum hat die neue Augmented-Reality-App in einem agilen Prozess und nach User-Centered-Design-Gesichtspunkten konzipiert, gestaltet, programmiert und implementiert. Dabei kam ein interdisziplinäres Expertenteam aus den Bereichen UX-Konzeption, Design und AR-Entwicklung zum Einsatz. Bei den Kundenberatern der Gebäudeversicherung Graubünden steht die neue Präventions-App seit Frühling 2019 im Einsatz und unterstützt dort die Berater in der Elementarschadenprävention.

Das haben wir gemacht

  • Grob- und Feinkonzeption der AR-App (Persona Modeling, User Journey, Informations- und Funktionsarchitektur, Wireframes und Prototyping)
  • Gestalterische Ausarbeitung, UI- und Screendesign der App
  • App-Implementierung 3D-Rendering, Simulation von Hochwassersituationen, Integration von Augmented-Reality-Funktionen (Simulation von Hochwassersituationen sowie Schutzmassnahmen direkt am Bau)
  • Deployment und Distribution der App für iPad Pro
So funktioniert die App

Hochwassersimulation

In der Beratung wird die Tablet-Kamera auf eine im Fall einer Überschwemmung anfällige Stelle am Aussenbereich des Gebäudes gerichtet. Innerhalb der AR-App werden relevante Bezugspunkte im betroffenen Bereich markiert, womit eine virtuelle Fliessebene definiert wird.

Anschliessend hat der Berater die Möglichkeit, den so definierten Bereich am Tablet per Knopfdruck virtuell zu «fluten» und den potenziellen Schaden im Ereignisfall sichtbar zu machen.

Danach platziert der Berater in der App verfügbare virtuelle Gebäudeschutzmassnahmen wie z. B. Wasserschutztore oder erhöhte Lichtschächte. Anhand der simulierten Überschwemmungssituation kann der Berater die Wirkung der Schutzmassnahmen im direkten Gespräch erläutern.


Einsatz an Messen oder Schulungen

Neben dem Einsatz live vor Ort bietet die Augmented-Reality-App auch einen speziellen Modus, bei dem die Überschwemmungsgefahr anhand eines komplett virtuellen Gebäudemodells in 3D aufgezeigt werden kann. Diese Funktion ist geeignet für den Einsatz an Messen, Schulungen oder Roadshows.

So haben wir es gemacht

User im Zentrum

Bei der Gestaltung des Vorgehensmodells für die Entwicklung der neuen AR-App stand die Fokussierung auf den User, in diesem Fall der Kundenberater, ganz speziell im Zentrum. Aus diesem Grund haben wir uns früh im Prozess über Methoden wie Empathy Mapping und Persona Modeling mit den Bedürfnissen und Erwartungen der Usergruppe der App auseinandergesetzt, diese in Userflows abgebildet und später im Konzept in konkrete technische Anforderungen, Wireframes, erste Prototypen und nach und nach in konkrete Designlösungen übersetzt.

Am Ende des Entwicklungsprozesses stand eine innovative App, die ganz auf die spezifischen Anforderungen der Kundenberater in der Hochwasserschadenprävention, vor Ort beim Kunden, zugeschnitten ist.

Technisch anspruchsvolle Lösung

Im Rahmen der Umsetzung der Augmented-Reality-App ist es der nexum gelungen, die verschiedenen hohen Anforderungen an Funktionsumfang sowie User Experience der App in stimmige technologische Spezifikationen zu übersetzen, die mit der Hilfe von Technologien und Tools wie Unity, Blender oder Vuforia und im Rahmen eines agilen Implementierungsprozesses umgesetzt wurden.

Insbesondere das realitätsnahe Verhalten sowie das Rendern des in der Simulation dargestellten Wassers forderte ein hohes Mass an Know-how und Kreativität in der technologischen Umsetzung.

Praxisnahe Innovation mit Augmented Reality

Die neue Tablet-App für die Gebäudeversicherung Graubünden zeigt anhand eines praxisnahen Beispiels auf, wie vielseitig die Augmented-Reality-Technologie eingesetzt werden kann und wie sie gerade in einem wichtigen Bereich wie der Elementarschadensprävention konkret Nutzen stiftet.

Kundenstimme

«Mit der neuen AR-App steht unseren Beratern nun ein nützliches visuelles Instrument zur Sensibilisierung für das auch im Kanton Graubünden wichtige Thema «Hochwasserschutz» zur Verfügung. Die AR-App kommt außerdem bei den Kunden und bei Veranstaltungsbesuchern durch ihre anschaulichen Visualisierungen sehr gut an und fördert das Verständnis für das Thema Überschwemmungsgefahr.»

Reto Stockmann, Projekt- und Bereichsleiter bei der Gebäudeversicherung Graubünden

Verwendete Technologien
Unity
Blender
Vuforia
Ihr Ansprechpartner
Nicola Schlup

Nicola Schlup

Managing Director nexum Schweiz